Wo ist nur die Zeit geblieben?

8 Uhr. Neben Ihnen dampft der heiße Kaffee in Ihrer Lieblingstasse. Aus dem Bilderrahmen auf dem Schreibtisch strahlen Ihnen die fröhlichen Gesichter Ihrer Kinder entgegen. Wenn Sie Ihre To-do-Liste heute schnell durchbekommen, dann können Sie früher nach Hause und die Kleinen mal wieder zum Sport bringen. Wäre das nicht eine tolle Überraschung? Es ist schließlich schon gefühlt Jahre her, dass Sie vor 18 Uhr aus dem Büro kamen. Wie auch, Sie tragen Verantwortung für das Unternehmen und der Kapitän verlässt das Schiff bekanntlich zuletzt.

Mit diesem Vorhaben, heute einmal früher nach Hause zu kommen, starten Sie Ihren PC.

Und schonblinken Ihnen in bunten Farben die Aufgaben entgegen, die heute zu erledigen sind. Telefonate, Meetings und ein Außentermin. Es könnte klappen, wenn Sie sich gut organisieren. Deshalb heißt es nun: Ärmel hoch und auf los geht’s los… – Brrr, brrrr. Ihr Mobiltelefon tanzt von einem Schreibtischende zum anderen. Ein Blick darauf verrät Ihnen: Sie haben 16 neue Nachrichten, 32 neue E-Mails und 4 entgangene Anrufe. Ach ja und der Nachrichtenticker hat zuletzt den Vibrationsalarm ausgelöst, um Ihnen mitzuteilen, dass Ihr Lieblingsverein einen neuen Spielertransfer plant.

Zeitvampire – oder: Wann haben Sie zuletzt Ihre Mails gecheckt?

»Es gibt Diebe, die von den Gesetzen nicht bestraft werden und doch dem Menschen das Kostbarste stehlen: die Zeit« – Napoleo

Würde man die Mythologie der Vampire auf die heutige Zeit übertragen, so sind es heute keine blutsaugenden Fledermäuse, sondern zeitraubende mobile Geräte. Kennen Sie das? Sie haben gerade mit einer Aufgabe begonnen, da kommt wieder eine neue Nachricht rein. Ihre Tochter fragt, ob sie heute bei ihrer Freundin übernachten darf – schließlich hat Mama ausdrücklich gesagt: „Da musst du den Papa fragen.“ Sie beantworten die Bitte Ihrer Tochter und möchten weiterarbeiten, da platzt ein Mitarbeiter ins Büro. Nachdem Sie ihm Auskunft erteilt haben, widmen Sie sich wieder Ihrer Aufgabe. Wo waren Sie eigentlich stehen geblieben? Was wollten Sie sich dazu notieren? Sie beginnen von Neuem.

Wo ist nur die Konzentration geblieben?

Ablenkung bedeutet einen Verlust an Konzentration auf das Wesentliche. Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Computer und auf Ihrem Bildschirm tauchen neben Ihren Hauptaufgaben immer wieder neue Fenster auf. Irgendwann ist das System überlastet und es wird Zeit für einen Neustart. Dieser »Wiedereinstieg« kostet nicht nur Zeit, sondern auch Energie, da Sie sich erneut in das Thema »eindenken« müssen. Führen Sie ein Gespräch und werden zwischendurch immer wieder von Ihrem Mobiltelefon »erinnert«, dann kann der Konzentrationsverlust schnell dazu führen, dass Sie an Ihrem Gesprächspartner vorbeireden und Missverständnisse entstehen.

Kleine Tipps – große Wirkung

  • Nutzen Sie bei Ihrem Mobiltelefon während Ihrer Arbeit den Flugmodus und lassen Sie sich nicht mehr von Push-Nachrichten irritieren.
  • Überprüfen Sie Ihre neuen Nachrichten zu festen Zeiten z. B. morgens und/oder in der Mittagspause und abends.
  • Schalten Sie störende Benachrichtigungsfunktionen auf Handy und Computer ab. Wenn wichtige Aufgaben anstehen, nehmen Sie sich Zeit dafür.
  • Konzentrieren Sie sich bewusst auf die nächste Aufgabe und planen zwischen den Aufgaben kurze »Störpausen« ein.
  • Kennen Sie die Schilder, die an Hotelzimmertüren hängen mit der Aufschrift: Bitte nicht stören? Blocken Sie sich Zeiten unter der Woche, in denen Sie sich auf Ihre Projekte konzentrieren können. So können Sie potenzielle Störfaktoren minimieren.

Und wenn Sie diese Tipps verfolgen, dann haben Sie sicherlich öfter Zeit, die Kleinen vom Sport abzuholen und öfter Zeit für Sie ganz persönlich.

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